Erziehung

Eines müssen wir allen Welpenkäufern ganz, ganz dringend ans Herz legen: Kümmern Sie sich rechtzeitig und sehr sorgfältig um die Erziehung Ihres Irish Terriers! Und wenn Sie nicht gerade sowieso ein leidenschaftlicher Hobby-Hundetrainer sind, dann nehmen Sie unbedingt die Hilfe eines Profis, z.B. einer Hundeschule, in Anspruch. Denn aus einem fantastisch veranlagten Hund, der Ihnen sehr viel Freude machen könnte, kann sich durchaus ein Haustyrann entwickeln, mit dem Sie sich kaum noch auf die Straße trauen können! Unsere Sabaka ist ein ganz großartiger Hund. Sie verblüfft alle Besucher mit ihrer freundlichen Art und ihrem exzellenten Gehorsam. Aber glauben Sie mir: Dies alles bekommt man nicht geschenkt! Eine sorgfältige Ausbildung ist für jeden Hund nötig, wenn man sich später auf ihn verlassen können will.

Natürlich gilt diese Mahnung nicht nur für die Anschaffung eines Irish Terriers, sondern eigentlich für jeden Hund, der ins Haus kommt. Aber gerade auch ein so cleverer und fix lernender Kerl wie der Irish lernt leider auch ganz, ganz schnell Dinge, die Ihnen nicht angenehm sind, wenn Sie nicht aufpassen! Zudem ist der Irish ein sehr selbstbewußter Hund, der manchmal lernen muß, in der Gruppe mit anderen Hunden auszukommen. Unterschätzen Sie diesen Zeitaufwand in den ersten ein, zwei Jahren nicht! Und dieser Rat ist wirklich erst gemeint: Wer diese Zeit nicht aufbringen kann oder will, sollte wirklich vom Kauf eines Hundes Abstand nehmen.

Unser dringender Rat ist also: Bitte planen Sie bei der Anschaffung Ihres kleinen Hausgenossen bestimmt  anderthalb bis zwei Jahre Jahre ein, in denen Sie sich intensiv mit der Erziehung und Ausbildung Ihres Kameraden beschäftigen, Welpenschule, Erziehungskurse etc. besuchen. Es lohnt sich!

 

Weil uns das Thema Erziehung so wichtig ist, wichtig ist, widmen wir ihm noch ein Kapitel und lassen Sie teilnehmen an der Erziehung unserer Benita. In loser Folge werden verschiedene Dinge, die uns bei der Ausbildung von Benita sind, in Wort und Bild erläutert.

Warten...

Unsere Hunde lernen immer schon ganz früh das Warten. Bei unseren selbstgezogenen Welpen beginnt das schon mit ca. sechs Wochen, wenn sie lernen, dass sie erst kurz ruhig verharren müssen, bis das Futter hingestellt wird. Dies ist zu sehen unter der Rubrik "A-Wurf", wo wir das mal im Bild festgehalten haben.

Die Warte-Übung setzt sich dann später fort, indem die Hunde sitzen müssen (das haben sie vorher getrennt gelernt!), wenn es Futter gibt: Ich komme mit den Futterschüsseln, Hörzeichen: Sitz!, die Hunde setzen sich, ich stelle das Futter in kleiner Entfernung auf den Boden, die Hunde warten (der Speichel tropft!), dann Hörzeichen LAUF! und schon stürzt jeder Hund zu seinem Napf. Ebenso auf dem Spaziergang: das Ableinen gestaltet sich immer so, dass die Hunde zuerst sitzen, dann leine ich sie ab, Hörzeichen: WARTEN!, entferne mich, drehe mich um: Lauf! - Hurra - los geht´s!! Die Steigerung des Ganzen ist dann "Platz" und warten, wie unten zu sehen ist:

Alles noch mal von vorn: Benita soll IHRE Schüssel ansteuern:
 

Wozu das Ganze? Die Hunde lernen einfach, auf mich zu achten und gewöhnen sich daran, unter meiner Kontrolle zu sein. Diese simple Ablein-Übung, dass ich es bin, die diese Aktion "Herumstromern" einleitet und zwar nicht indirekt durch einfaches Abknipsen der Leine, sondern ganz bewußt durch konkretes Zeichen. Und dass auch nur, nachdem mir die Hunde ihre volle Aufmerksamkeit geschenkt haben.

Enten? NEIN!

Nachdem ich in den achtziger Jahren eine Barsoihündin hatte, die ausgesprochen "hasenscharf" war - das heißt, sie sie hetzte alles, was sich bewegte und war dabei sogar gelegentlich erfolgreich... -, stand für mich fest: NIE, NIE, NIE wieder wollte ich einen Hund haben, bei dem man ständig aufpassen musste, dass man der erste war, der das Wild sah, um noch rechtzeitig die entsprechende Maßnahme (sprich: Hund an die Leine) ergreifen zu können. Ich möchte mich in Wald und Feld sorgenfrei bewegen und entspannt dem Wild zusehen können, das da meinen Weg in etwa 20 m Entfernung (oder näher) kreuzt, ohne dass der Herzschlag aussetzt: WO sind die Hunde?!

Wie fängt man das an? Zuerst einmal ist für unsere Hunde jedes Tier, dem wir auf unseren Wegen begegnen, einfach tabu. Egal, ob es sich um ein Kaninchen oder auch nur um die Tauben in der Stadt oder Enten in einem Park handelt. Ausnahme sind natürlich fremde Hunde; für die darf man sich selbstverständlich interessieren. Was bedeutet das? Nun, wir gehen beispielsweise im Park an der Uferpromenade entlang. Dies eignet sich wunderbar zum Üben, denn hier trifft man fast immer auf allerlei Federvieh.
Benita: Sieht die Enten: Spannung!
Ich:(halte die Leine stramm): NEIN (streng)!
Benita: dreht sich irritiert zu mir um: Was will sie denn?
Ich (Freude über das Wegdrehen von den Enten und Blickkontakt zu mir): SUPER! --> Häppchen. Falls Häppchen in diesem Moment uninteressant: Toben, evtl. mit Spielzeug.
Benita: (Freude über Frauchens Freude): hopst mit!
Ziel erreicht: Frauchen ist interessanter als Enten und: Bei Enten-Interesse ist sie irgendwie böse.

So in etwa läuft das bei uns und Benita ist nun schon der dritte Hund, bei dem diese Vorgehensweise erfolgreich ist. Aus meiner Sicht ist es wichtig, dem Hund einerseits klarzumachen, dass das Interesse an jedwedem fremden Getier "geandet" wird und andererseits zu vermitteln, dass sich das Desinteresse an anderen Tieren lohnt: Indem es ein Häppchen gibt, indem der Mensch sich sehr, sehr freut oder indem mit dem Hund ausgiebig gespielt wird. Gleichzeitg ist es wichtig, dass fremde Tiere für dem Hund zum Alltag werden, dass Spiele und gemeinsame Aktionen mit seinem Menschen (dazu zähle ich auch die Gehorsamsübungen) ganz genauso durhgeführt werden können, wenn es um einem herum von Tieren nur so wimmelt. Eine gute Übung ist auch der Besuch eines Wildgeheges. Zunächst ist es eine gute Übung für den Hund zu erleben, dass das Wild nicht bei Annäherung sofort in wilder Panik flieht. Der Jagdinstinkt wird auf diese Weise nicht so unmittelbar angesprochen. Wir spielen dann noch ausgiebig Bällchen im Angesicht der staunenden Rehe und Mufflons.